Neuer melkitischer Patriarch in Aachen – eindrucksvolles Investiturwochenende

Patriarch Youssef Absis erste Reise in seiner neuen Funktion als Oberhaupt der Griechisch-Melkitisch-Katholischen Kirche führte ihn nach Aachen, wo er im Dom eine Göttliche Liturgie im byzantinischen Ritus feierte. Die Gesänge der Johannes-Chrysostomos-Liturgie bot der Chor Angelskij Sobor aus Belgien dar. Domvikar Dr. Peter Dückers begrüßte Seine Seligkeit Patriarch Youssef, Erzbischof Joseph Jules sowie die Mitglieder des Patriarchalischen Ordens im Namen des Domkapitels im gut gefüllten Mariendom.

Dort predigte Patriarch Youssef über das Fest der Geburt der Gottesmutter und immerwährenden Jungfrau Maria. „Ein freudiges Ereignis für die Welt, denn das Mädchen Maria, das später zu einer Wohnstätte für Gott und für Jesus, den Heiland, werden sollte, wurde heute geboren, und in ihrer Geburt ersteht die Hoffnung auf ein besseres Leben für die Menschen, das heißt, ein Leben mit Gott.“
Hier finden Sie die Predigt im Wortlaut.

Patriarch Youssef ist seit Juni Oberhaupt der Griechisch-Melkitisch-Katholischen Kirche und Patriarch von Antiochien und dem Ganzen Orient mit Sitz im syrischen Damaskus. Die melkitische Kirche ist mit der römisch-katholischen Kirche uniert und steht daher als eine der katholischen Ostkirchen in Einheit mit der römisch-katholischen Kirche.

Anlass der Reise von Patriarch Youssef war das Jahrestreffen des Patriarchalischen Ordens vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem. Der Laienorden der melkitischen Kirche versteht sich als Brückenbauer zwischen den Religionen und will besonders die Christen in ihren Ursprungsländern unterstützen. Patriarch Youssef ist Großmeister des Ordens.

Nach 24 Jahren gab Dr. Herbert Dautzenberg das Amt des Statthalters ab und wurde für seine großen Verdienste von Patriarch Youssef mit dem Goldenen Stern des Patriarchen ausgezeichnet. Neuer Statthalter ist der gebürtige Aachener Thomas Dautzenberg, Prior des Ordens bleibt der Jesuitenpater Prof. Dr. Michael Schneider. Der Patriarch und der künftige Statthalter waren zuvor bereits von Ministerpräsident Armin Laschet in der Düsseldorfer Staatskanzlei empfangen worden.

Im Benediktinerkloster von Kornelimünster wurde ebenfalls eine Göttliche Liturgie gefeiert. Abt Friedhelm freute sich mit seinen Mitbrüdern über die Anwesenheit von Seiner Seligkeit Patriarch Youssef, Jerusalems Erzbischof Joseph Jules sowie den Mitgliedern des Patriarchalischen Ordens im fast voll besetzten Kirchenschiff. In seiner Predigt zum Fest Kreuzerhöhung sprach der Patriarch über das Geheimnis des Kreuzes: „Wir können das Kreuz nicht verstehen, außer im Lichte der Auferstehung. Deshalb singen wir und verkünden in unseren Gebeten: „Vor Deinem Kreuz fallen wir, o Herr, anbetend nieder, und Deine heilige Auferstehung preisen wir.“ Zudem: „So wurde das Kreuz, das ein Symbol der Schwäche war, zu einem Sinnbild der Stärke; was ein Symbol der Schande war, wurde ein Sinnbild des Stolzes; was ein Symbol der Demütigung war, wurde ein Sinnbild der Herrlichkeit; was ein Symbol des Wahnsinns war, wurde ein Sinnbild der Weisheit; was ein Symbol der Armut war, wurde ein Sinnbild des Reichtums; was ein Symbol der Traurigkeit war, wurde ein Sinnbild der Freude.“
Hier finden Sie die Predigt im Wortlaut.

Patriarch Youssef nutzte seinen Vortrag vor den Ordensmitgliedern und Gästen für eine Beschreibung der aktuellen Situation in Syrien und dem Aufzeigen der Bemühungen der Kirche, den bedrängten, verarmten und oft geflüchteten Menschen beizustehen und zu helfen. Einen aktuellen Überblick über die Hilfsprojekte im Heiligen Land gab der Großprior des Ordens und Erzbischof Joseph Jules Zerey, verbunden mit dem Dank für die großzügige Unterstützung. Anschließend gab er einen geistlichen Impuls, indem er über die Liebe zu den einzelnen Personen der Dreifaltigkeit sprach und aufzeigte, wie diese Liebe uns zu Gott führt. Dafür nutzte er einen Ikonen-Altar unserer Ordensschwester und Ikonenschreiberin Barbara Teubner, die wieder viele schöne Ikonen mitgebracht und ausgestellt hat.

Die Abendgebete waren wieder wichtige und vom Chor umrahmte Andachten, bei denen auch der verstorbenen Ordensgeschwister gedacht wurde. Beim geselligen Beisammensein im „Himmelreich“ klangen die eindrucksvollen Tage aus.

Die Aachener Zeitung und die Aachener Nachrichten veröffentlichten am 13.09.2017 in ihren Gesamtauflagen folgenden Artikel zu ihrem Gespräch mit Patriarch Youssef.

Weitere Bilder finden Sie hier.

Verfasst von Thomas Dautzenberg am 17.09.2017

Konkrete Hilfe für verfolgte Christen im Nahen Osten – Ordenstreffen 2016 in Trier stand im Zeichen der Konflikte in Syrien und im Heiligen Land

Aus Syrien nach Deutschland kam der melkitische Patriarch Gregorios III. Laham: Dr. Herbert Dautzenberg, Statthalter des Ordens in Deutschland, war es eine große Freude, den Patriarchen, zugleich Großmeister des Patriarchalischen Ordens vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem, sowie Erzbischof Joseph Jules Zerey, den Großprior des Ordens, in Trier begrüßen zu können. Dort fand das diesjährige Treffen des Ordens– auf Einladung des Bischofs von Trier Dr. Stephan Ackermann und des Domkapitels – statt. Zuletzt war der Ritterorden während der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier. Patriarch Gregorios erster Deutschland-Besuch führte ihn 1959 nach Trier zur Heilig Rock Wallfahrt. Seitdem ist er dort immer wieder gerne zu Gast.

Zu Beginn des Ordenstreffens nutzte Patriarch Gregorios seinen Vortrag vor den Ordensmitgliedern und Gästen für eine Beschreibung der aktuellen Situation in Syrien und dem Aufzeigen der Bemühungen der Kirche, den bedrängten, verarmten und oft geflüchteten Menschen beizustehen und zu helfen.

Am 10. September war Patriarch Gregorios Hauptzelebrant der Heiligen Messe („Göttliche Liturgie“) in der Trierer Liebfrauenbasilika. Von dort rief er eindringlich zum Frieden in Syrien, im Irak und dem Heiligen Land auf. An die Führer der Welt gewandt rief er: „Geben Sie Frieden! Dann wird es auch weiter eine christliche Präsenz in den Ursprungsländern des Christentums geben.“ Im syrischen Damaskus nannten sich die Christen erstmals „Christen“ – und dort hat der Patriarch seinen Sitz. In seiner Begrüßung erinnerte Msgr. Ehlen, Pfarrer der Liebfrauenbasilika, an die weiter fortdauernde Missachtung elementarster Rechte in Syrien und wünschte Patriarch Gregorios und allen Menschen in Syrien: „Behüt‘ Sie Gott!“ Der Patriarch versichert: „Wir bleiben, viele bleiben, und gemeinsam geben wir Zeugnis. Wir hoffen auf Frieden.“

In Anwesenheit von Weihbischof Jörg Michael Peters, Dompropst Werner Rössel, Domdechant Franz Josef Gebert und Domkapitular Hans Wilhelm Ehlen zelebrierten Patriarch Gregorios III., Erzbischof Joseph Jules Zerey und Großarchimandrit Prof. Dr. Michael Schneider SJ mit weiteren Geistlichen die Göttliche Liturgie in der Liebfrauenbasilika.

Wenige Tage vor seiner Investitur (Aufnahme) in den Patriarchalischen Orden vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem verstarb plötzlich Dr. Klaus Hoppe. Patriarch Gregorios genehmigte seine posthume Aufnahme. Die Ordensgeschwister gedachten seiner und aller verstorbenen Mitglieder in einer abendlichen Andacht.

Die „nur“ 42 qm kleine Kirche vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem in Frankfurt erlangte bei ihrer Weihe im November 2015 auch auf Grund ihrer Größe hohe mediale Aufmerksamkeit. In einem bemerkenswerten und kurzweiligen Vortrag erläuterte Prior Prof. Dr. Michael Schneider SJ die Bedeutung der Ikonen und Malereien dieses Gotteshauses. Er war Initiator und treibende Kraft hinter diesem Kirchenbau. Für dieses großartige Werk gilt ihm Dank und Anerkennung.

Einen aktuellen Überblick über die Hilfsprojekte im Heiligen Land gab Erzbischof Joseph Jules Zerey verbunden mit dem Dank für die großzügige Unterstützung.

Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und war zum Gottesdienst im byzantinischen Ritus voll besetzt.

In Anwesenheit der Weihbischöfe em. Leo Schwarz und Dr. Alfred Kleinermeilert sowie Dompropst Werner Rössel feierte Erzbischof Joseph Jules Zerey aus Jerusalem u.a. mit den Konzelebranten Domdechant Franz Josef Gebert, Großarchimandrit Prof. Dr. Michael Schneider SJ und Großarchimandrit Dr. Thomas Kremer das sonntägliche Hochamt im Hohen Dom zu Trier.

In seiner Begrüßung für das Domkapitel erinnerte Domdechant Gebert an die dreifache Verbindung zu Jerusalem: Grabeskirche und Trierer Dom sind zeitgleich erbaut worden, der Heilige Rock sowie ein Stein aus der Grabeskirche im Altar.

Erzbischof Zerey überbrachte den Gläubigen Grüße und Segen aus der Heiligen Stadt Jerusalem. Seine mitreißende Predigt endete mit herzlichem und dankbaren Applaus. Zuvor erinnerte Zerey an den Zusammenhang zwischen Kreuz und Auferstehung, Vergebung der Sünden und Einheit der Gläubigen im Leib Christi. „Seid stolz auf Euren Glauben“ war sein Apell.

Erzbischof Zerey während der feierlichen byzantinischen Liturgie im Trierer Dom.

Die feierlichen Gesänge der Liturgien sang der Chor Angelskij Sobor aus Belgien unter der Leitung von Frau Prof. Christine Van Laere.

Der Patriarchalische Orden vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem unterstützt die bedrängten Christen und will so Brückenbauer zwischen den Menschen verschiedener Religionen sein. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten unserer Homepage. Weitere Bilder finden Sie hier.

Verfasst von Thomas Dautzenberg am 19.09.2016