Konkrete Hilfe für verfolgte Christen im Nahen Osten – Ordenstreffen 2016 in Trier stand im Zeichen der Konflikte in Syrien und im Heiligen Land

Aus Syrien nach Deutschland kam der melkitische Patriarch Gregorios III. Laham: Dr. Herbert Dautzenberg, Statthalter des Ordens in Deutschland, war es eine große Freude, den Patriarchen, zugleich Großmeister des Patriarchalischen Ordens vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem, sowie Erzbischof Joseph Jules Zerey, den Großprior des Ordens, in Trier begrüßen zu können. Dort fand das diesjährige Treffen des Ordens– auf Einladung des Bischofs von Trier Dr. Stephan Ackermann und des Domkapitels – statt. Zuletzt war der Ritterorden während der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 in Trier. Patriarch Gregorios erster Deutschland-Besuch führte ihn 1959 nach Trier zur Heilig Rock Wallfahrt. Seitdem ist er dort immer wieder gerne zu Gast.

Zu Beginn des Ordenstreffens nutzte Patriarch Gregorios seinen Vortrag vor den Ordensmitgliedern und Gästen für eine Beschreibung der aktuellen Situation in Syrien und dem Aufzeigen der Bemühungen der Kirche, den bedrängten, verarmten und oft geflüchteten Menschen beizustehen und zu helfen.

Am 10. September war Patriarch Gregorios Hauptzelebrant der Heiligen Messe („Göttliche Liturgie“) in der Trierer Liebfrauenbasilika. Von dort rief er eindringlich zum Frieden in Syrien, im Irak und dem Heiligen Land auf. An die Führer der Welt gewandt rief er: „Geben Sie Frieden! Dann wird es auch weiter eine christliche Präsenz in den Ursprungsländern des Christentums geben.“ Im syrischen Damaskus nannten sich die Christen erstmals „Christen“ – und dort hat der Patriarch seinen Sitz. In seiner Begrüßung erinnerte Msgr. Ehlen, Pfarrer der Liebfrauenbasilika, an die weiter fortdauernde Missachtung elementarster Rechte in Syrien und wünschte Patriarch Gregorios und allen Menschen in Syrien: „Behüt‘ Sie Gott!“ Der Patriarch versichert: „Wir bleiben, viele bleiben, und gemeinsam geben wir Zeugnis. Wir hoffen auf Frieden.“

In Anwesenheit von Weihbischof Jörg Michael Peters, Dompropst Werner Rössel, Domdechant Franz Josef Gebert und Domkapitular Hans Wilhelm Ehlen zelebrierten Patriarch Gregorios III., Erzbischof Joseph Jules Zerey und Großarchimandrit Prof. Dr. Michael Schneider SJ mit weiteren Geistlichen die Göttliche Liturgie in der Liebfrauenbasilika.

Wenige Tage vor seiner Investitur (Aufnahme) in den Patriarchalischen Orden vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem verstarb plötzlich Dr. Klaus Hoppe. Patriarch Gregorios genehmigte seine posthume Aufnahme. Die Ordensgeschwister gedachten seiner und aller verstorbenen Mitglieder in einer abendlichen Andacht.

Die „nur“ 42 qm kleine Kirche vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem in Frankfurt erlangte bei ihrer Weihe im November 2015 auch auf Grund ihrer Größe hohe mediale Aufmerksamkeit. In einem bemerkenswerten und kurzweiligen Vortrag erläuterte Prior Prof. Dr. Michael Schneider SJ die Bedeutung der Ikonen und Malereien dieses Gotteshauses. Er war Initiator und treibende Kraft hinter diesem Kirchenbau. Für dieses großartige Werk gilt ihm Dank und Anerkennung.

Einen aktuellen Überblick über die Hilfsprojekte im Heiligen Land gab Erzbischof Joseph Jules Zerey verbunden mit dem Dank für die großzügige Unterstützung.

Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und war zum Gottesdienst im byzantinischen Ritus voll besetzt.

In Anwesenheit der Weihbischöfe em. Leo Schwarz und Dr. Alfred Kleinermeilert sowie Dompropst Werner Rössel feierte Erzbischof Joseph Jules Zerey aus Jerusalem u.a. mit den Konzelebranten Domdechant Franz Josef Gebert, Großarchimandrit Prof. Dr. Michael Schneider SJ und Großarchimandrit Dr. Thomas Kremer das sonntägliche Hochamt im Hohen Dom zu Trier.

In seiner Begrüßung für das Domkapitel erinnerte Domdechant Gebert an die dreifache Verbindung zu Jerusalem: Grabeskirche und Trierer Dom sind zeitgleich erbaut worden, der Heilige Rock sowie ein Stein aus der Grabeskirche im Altar.

Erzbischof Zerey überbrachte den Gläubigen Grüße und Segen aus der Heiligen Stadt Jerusalem. Seine mitreißende Predigt endete mit herzlichem und dankbaren Applaus. Zuvor erinnerte Zerey an den Zusammenhang zwischen Kreuz und Auferstehung, Vergebung der Sünden und Einheit der Gläubigen im Leib Christi. „Seid stolz auf Euren Glauben“ war sein Apell.

Erzbischof Zerey während der feierlichen byzantinischen Liturgie im Trierer Dom.

Die feierlichen Gesänge der Liturgien sang der Chor Angelskij Sobor aus Belgien unter der Leitung von Frau Prof. Christine Van Laere.

Der Patriarchalische Orden vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem unterstützt die bedrängten Christen und will so Brückenbauer zwischen den Menschen verschiedener Religionen sein. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten unserer Homepage. Weitere Bilder finden Sie hier.

Verfasst von Thomas Dautzenberg am 19.09.2016