Jahrestreffen in Trier mit Großprior Erzbischof Yaser Ayyash aus Jerusalem

Der Patriarchalische Orden vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem traf sich vom 16. bis 18. September 2022 in Trier zu seinem Jahrestreffen. Begrüßt werden konnte zur Freude aller Mitglieder der Großprior des Ordens, Jerusalems Erzbischof Yaser Ayyash.

Die Hilfsprojekte des Ordens werden gemeinsam mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche, einem Werk der Päpstlichen Missionswerke, durchgeführt, deren Motto „Kinder helfen Kindern“ ist.

Der Orden kann kurzfristig zwei weitere Projekte mit dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“, einer Stiftung päpstlichen Rechts, realisieren. Schwerpunkt der Arbeit von „Kirche in Not“ ist die pastorale Hilfe für verfolgte, bedrängte und notleidende Christen in rund 140 Ländern. Auf Bitte von unserem Großmeister, Patriarch Youssef, werden in Damaskus, wo sich der Sitz der melkitischen Kirche befindet, kurzfristig die beiden Projekte „2.000 Winterschuhe Schulkinder“ und „Trinkwasseraufbereitungsanlage Schule“ unterstützt.

2.000 Winterschuhe werden für Schulkinder bereitgestellt. Denn im Winter ist es in Damaskus ebenso kalt wie in Deutschland. Geld für Schuhe haben die armen Familien nicht. Bilder aus dem letzten Winter mit Kindern in Badelatschen sind leider die Realität. Produziert werden die Schuhe in einer Fabrik vor Ort, so dass dadurch auch Beschäftigung gesichert werden kann. Nach Prüfung der Bedürftigkeit erfolgt die Verteilung durch die dortige Gemeinde.

Eine neue Trinkwasseraufbereitungsanlage wird für eine Schule in Damaskus mit 1.570 mehrheitlich christlichen Schülern und 170 Beschäftigten als Ersatz für die durch den Krieg zerstörte Trinkwasseraufbereitungsanlage benötigt. Die Schule wird geleitet von den Schwestern der Nächstenliebe von Besançon. Diese Schule kann den Kauf von Trinkwasser nicht finanzieren, da wegen der großen Armut fast keine Familie mehr das Schulgeld bezahlen kann.

Für beide Projekte bitten wir um Spenden, damit nicht noch mehr Christen aus den Ursprungsländern des Christentums auswandern. Gleichwohl richten sich unsere Projekte immer an die dort lebenden Menschen aller Religionen und Konfessionen.

Am Freitag wurde nach der Generalversammlung und dem Vortrag das Abendgebet insbesondere für die verstorbenen Ordensmitglieder gehalten.

Am Samstagmorgen zelebrierte Großprior Erzbischof Yaser Ayyash mit Prior Großarchimandrit Mitrophor Prof. Dr. Michael Schneider SJ in der Trierer Liebfrauenbasilika eine feierliche Liturgie im byzantinischen Ritus in Anwesenheit von Weihbischof Franz Josef Gebert. Der Weihbischof hieß am Freitagabend die Ordensmitglieder und Gäste mit einem Vortrag ausgehend vom Traubental im 4. Buch Mose beim Jahrestreffen in Trier willkommen. Ordensschwester Edith Baum wurde zur Komturdame befördert. Der Chor Angelskij Sobor aus Belgien unter der Leitung von Frau Christine Van Laere bereicherte die Liturgie mit den Gesängen der Johannes-Chrysostomos-Liturgie. In seiner Predigt formulierte der Erzbischof:

Das Fest Kreuzerhöhung ist gewissermaßen eine Erneuerung der Karwoche und des Karfreitags, mit dem Unterschied, dass am Karfreitag der Erlösung durch das Blut und des Todes Christi gedacht wird, während an diesem Festtag das Kreuz als Zeichen der Herrlichkeit und des Sieges betrachtet wird: Die Herrlichkeit Christi und der Christen ist nun unser eigener Sieg über das Böse und die Sünde.

In seinem Vortrag berichtete Großprior Erzbischof Yaser über die melkitische Kirche, die – besonders für die Christen – schwierige Lage im Heiligen Land sowie unsere dortigen Projekte, mit denen wir den Kindern und Jugendlichen eine gute Ausbildung und Perspektiven für einen Verbleib in ihrer Heimat ermöglichen wollen.

Am Sonntag wurde die Göttliche Liturgie im byzantinischen Ritus im Hohen Dom zu Trier gefeiert. Dompropst und Weihbischof Jörg Michael Peters begrüßte den Patriarchalischen Orden, Erzbischof Yaser Ayyash und Prior Michael Schneider herzlich. In der feierlichen Liturgie wurde die Trierer Kreuzreliquie besonders verehrt. Erzbischof Yaser schloss seine Predigt im Dom:

Dein Kreuz ist für uns ein kostbares Geschenk der Liebe. Lass uns einander so lieben, wie es Brüder und Schwestern tun sollen. Dein Kreuz ist der Beschützer der ganzen Welt, der Glanz der Kirche, der Ruhm der Könige, die Stütze der Gläubigen, der Ruhm der Engel und der Schrecken der Dämonen. Rette dein Volk und schenke der ganzen Welt deinen Frieden.

Bilder des Jahrestreffens finden Sie hier.

Verfasst von Thomas Dautzenberg am 18.09.2022

Gebet für Syrien zur Jungfrau Maria

Papst Franziskus hat im Vatikan eine Marien-Ikone gesegnet, die leidenden Christen in Syrien Trost vermitteln soll. Die neue Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ wird in den kommenden Wochen in allen 34 Diözesen Syriens zu Gast sein. Bitte unterstützen Sie die Menschen in Syrien mit Ihrem Gebet:
Schmerzensmutter Maria,
wir bitten Dich um Deine Fürsprache, dass Dein Sohn, unser Herr und Erlöser Jesus Christus die Wunden aller verbinden möge, die während des Krieges in Syrien und in den Krisengebieten der Welt leiden.
Wir bitten für diejenigen, die um geliebte Menschen trauern, die ihr Zuhause und ihre Wurzeln verloren haben.
Unsere liebe Frau von den Schmerzen, tröste sie und flehe Deinen Sohn an, sie von all ihrem Leid an Geist, Leib und Seele zu heilen.
Wir bitten für die Christen: Mögen Sie darin fortfahren, für Christus Zeugnis abzulegen in den Ländern, die reich an dem Erbe sind, das die Kirchenväter ihnen übergeben haben.
Mögen diejenigen, die dem Herrn nachfolgen, ihr Kreuz auf sich nehmen und denjenigen vergeben, die an ihnen schuldig geworden sind.
Mögen sie standfest im Glauben und in der Hoffnung bleiben.
Wir erbitten dies auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau von den Schmerzen, der Trösterin aller Syrer.
Amen.